"... Johann Ludwig Bachs kühl enthusiastisches 'Das ist meine Freude'" ist mit seinen kurven- reichen Rouladen sicher nicht die reine Freude der Sänger, dem Chor jedoch gelang eine transparente Interpretation, der "Freudenklang" der enthusiastischen Schluss-Steigerung entschwebte schier wie ein Fesselballon.... Während in Walter Jurmanns ‚Veronika, der Lenz ist da’ neben dem Spargel auch ris-kante Modulationsmanöver zwi-schen den Zeilen wachsen, fand die Capella zu inniger Ruhe in Bachs Choral "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder". Es war, als stünde die ganze Welt unter dem Schutz dieser Musik. Ovationen, mit Dank-barkeit und Wehmut gemischt".
(Münstersche Zeitung 26.09.2006)
Diese Aussage eines Kritikers über das Abschiedskonzert des langjährigen künstlerischen Leiters Martin Stegmann mag Charakteristikum, sicher aber auch Leitlinie und Zielsetzung des Kammer- chores sein, der diese seine Fähigkeiten im Herbst 2001 - neben dem übrigen Konzertprogramm - auch beim 6. Landes-Chorwettbewerb Nordrhein-Westfalen in Hamm unter Beweis gestellt hat. Mit dem Erreichen des dritten Platzes (Note "sehr gut") war auch eine Einladung zur Teilnahme am Bundes- chorwettbewerb 2002 in Osnabrück verbunden.
"...Die vollendete Mehrstimmigkeit des Chores zerstörte nicht die Homogenität seiner Klänge und meisterte mühelos auch die schweren Passagen von Johannes Brahms' "Es geht ein Wehen" oder die "Six Chansons" von Paul Hindemith. ... Es schien, als könnte man die Kraft und Melodie von Charles Villiers Stanford, Thomas Morley oder Veljo Tormis nicht mehr steigern, doch der virtuose Enthusiasmus der Stimmen von Capella Vocale, die lebendige Perfor- mance der Bewegung entfesselte eine Spannung, die genauso eindrucksvoll wie unerwartet war". (Westfälische Nachrichten 05.06.2007)
Seit Herbst 2006 leitet Daniel Lembeck die Capella Vocale. Er erhielt seinen ersten Orgelunterricht mit 10 Jahren, ab dem 14. Lebensjahr zusätzlich Klavier- unterricht an der Westfälischen Schule für Musik in Münster.
1997 absolvierte er das C-Examen für Kirchenmusik. Nach dem Abitur 1999 studierte er Kirchenmusik an der Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf und schloss dieses Studium 2003 erfolgreich mit dem Examen als Diplom-Kirchen- musiker ab. Dannach besuchte er den weiterführenden Aufbaustudiengang Kirchenmusik sowie Chorleiter- und Orgelkurse (u.a. bei Frieder Bernius, Knut Nystedt, Steffen Schreier, Alan Wilson, Uwe Gronostay, Manfred Schreier).
"...Jetzt arbeitet Lembeck als Musik- lehrer an einer Schule in Münster. Vielleicht prädestiniert ihn diese Verbin- dung von Pädagogik und Künstler zur Chorleitung besonders, denn ein so diszipliniert musizierendes Ensemble findet man bei Laien selten. Endlich einmal kein Verstecken hinter dem eigenen Notenblatt, sondern unabding- bare Aufmerksamkeit für das Dirigat." (Thüringer Allgemeine 13.10.2008)
Münster in Westfalen, die Heimat der Capella Vocale, ist eine chorbegeisterte Stadt mit einem kritischen Publikum. Unter vielen engagierten und leistungsfähigen Chorgemeinschaften hat sich das Ensemble einen herausragenden Platz erarbeitet, seit ehemalige Mitglieder des Studentischen Madrigalchors den Chor 1979 gegründet hatten. Aus einem Doppelquartett hat sich nach und nach ein Ensemble von rund 50 Sängerinnen und Sängern entwickelt, die Freude an der Interpretation von vor allem a-cappella-Musik aus allen Epochen der Musikgeschichte haben.
Die meisten der Chormitglieder sind hinsichtlich der musikalischen Ausbildung Laien und kommen aus den verschiedensten Berufen, einige beschäftigen sich allerdings auch professionell mit der Musik. Die Begeisterung für Musik verbindet alle.
Die Capella Vocale tritt auch unter ihrem neuen Leiter mit unterschiedlichen und in der Konzeption ungewöhnlichen Programmen etwa dreimal im Jahr an die Öffentlichkeit, wobei sich geistliche und weltliche Chormusik abwechseln. Regelmäßig gestaltet der Kammerchor auch die musikalischen Teile von Festveranstaltungen, so im März 2007 zum 100jährigen Bestehen des NRW Sängerbundes den Festakt im Rathaus zu Münster.
Das Repertoire des Chors spiegelt alle Musikepochen und die Vielgestaltigkeit und mannigfachen Ausdrucksmöglich- keiten musikalischer Sprache wider. Die Auswahl der Chorliteratur ist gleicher- maßen von thematischen und musika- lischen/musikwissenschaftlichen Kriterien bestimmt, die Präsentation des Programms ist variabel und den Erforder- nissen der Musik angeglichen. So konnte etwa in Gesprächskonzerten auf die besondere musikalische Struktur einzelner Kompositionen eingegangen werden, während andere Themen durch die Einbeziehung von Gedichten oder Pantomimen noch intensiver ausge- leuchtet wurden.
Johann Sebastian Bach hat in der Chorarbeit zweifellos einen wichtigen Platz inne, wofür die zweimalige Auf- führung seiner Johannes-Passion, die Erarbeitung einiger Kantaten und nahezu
Seit Jahren bildet aber auch die weltliche Chorliteratur des 20. Jahrhunderts mit Werken etwa von Ernst Pepping ("Das Lob der Träne"), Hugo Distler ("Mörike-Chorliederbuch"), Paul Hindemith ("Six Chansons"), Benjamin Britten ("Five Flower Songs") oder Francis Poulenc ("Sept Chansons", "Huit Chansons Françaises") einen Schwerpunkt der Chorarbeit für die Capella Vocale Münster. Dazu widmet sich der Chor auch der Musik der Romantik und des Barock. Besondere Beachtung in der Öffentlichkeit fanden 1999 mehrere Aufführungen von Georg Friedrich Händels großer und anspruchsvoller Psalmvertonung "Dixit Dominus", des weiteren machte ein Konzertprogramm mit Hugo Distlers "Totentanz" und den "Musikalischen Exequien" von Heinrich Schütz auf die Capella Vocale Münster aufmerksam.
Zum 25jährigen Bestehen hat die Capella Vocale im Frühjahr 2004 Händels Oratorium "Israel in Egypt" zur Aufführung gebracht.
Aufnahmen mit dem Westdeutschen Rundfunk Köln, zwei CD-Produktionen, Live-Mitschnitte der Konzerte und nicht zuletzt zahlreiche qualifizierte Kritiken in der Presse dokumentieren die vielfältige Chorarbeit.
Die Capella Vocale Münster war langjähriges Mitglied im Sängerbund NRW und ist seit Beginn 2011 Mitglied im Verband Deutscher Konzertchöre.
Erfolgreich auch im Chorwettbewerb
Unter neuer Leitung
30 Jahre Begeisterung für die Musik
Ein reichhaltiges Repertoire
aller - auch der Bach nur zugeschriebenen - Motetten Indiz sind.
Daniel Lembeck